Glossar

Glossar

Begriffe (mehr oder weniger) aus dem Bereich der Onkologie, die in der Literatur, im Internet oder beim Gespräch mit Ihrem Arzt häufig vorkommen, werden  hier für Laien erklärt.

 


Abwehrsystem/Immunsystem

Das Immunsystem befähigt den Körper dazu, Infektionen abzuwehren. Außerdem versetzt es den Körper in die Lage, zwischen eigenem und fremdem Gewebe zu unterscheiden. Bestandteile sind

  • weiße Blutkörperchen
  • Antikörper
  • die Thymusdrüse
  • Lymphknoten
  • die Milz
  • und bestimmte Strukturen in der Darmwand.


AHB

… ist die Abkürzung für Anschlussheilbehandlung. Binnen einer Frist von vier Wochen nach Ende einer Chemotherapie oder ähnlichen Behandlung haben Erkrankte unter Umständen ein Anrecht auf eine AHB. Diese finden meist statt in einer Reha-Einrichtung. Im normalen Sprachgebrauch nennt man die AHB auch gerne „Kur“.


Behandlungszyklus

Damit ist der Zeitraum von einer Chemotherapie bis zur Erholung von den Nebenwirkungen gemeint. Meist beträgt der Behandlungszyklus 3-4 Wochen. Dies ist abhängig vom Zustand des Patienten und vom Medikament.


Bendamustin

Ein häufig in der Therapie von Non Hodgkin Lymphomen eingesetztes Zytostatikium („Zellstopper“ – Medikament, welches die Teilung von Zellen verhindert und sie zum Absterben bringt).


Erhaltungstherapie

Fortsetzung einer Therapie, um den Erfolg der Ersttherapie zu stabilisieren. Beispielsweise wird die Standardtherapie (Chemotherapie) RBenda durch eine Erhaltungstherapie mit dem Antikörper Rituximab (oder einem anderen Medikament) gefestigt. Meist wird über einen längeren Zeitraum von ein bis zwei Jahren alle 4-8 Wochen der Antikörper gegeben.


Genetisch

Anderes Wort für vererbt oder die Vererbung betreffend.


Globuline

Gruppe von Proteinen, beispielsweise im Blutplasma.


Hodgkin Lymphom (HL)

Bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems, benannt nach dem englischen Arzt Thomas Hodgkin. Auszug aus Wikipedia: „Die Erkrankung macht sich durch schmerzlose Schwellungen von Lymphknoten bemerkbar, begleitend können sogenannte B-Symptome auftreten. Im mikroskopischen Gewebebild ist das Hodgkin-Lymphom durch das Vorkommen einer besonderen Zellart (Sternberg-Reed-Zellen) gekennzeichnet, wodurch es sich von den Non-Hodgkin-Lymphomen abgrenzt.“


Immunglobuline

Bestandteile des Immunsystems; Eiweißstoffe, die als Antikörper unter anderem im Blut vorkommen.


Immun

Unempfindlich, geschützt zum Beispiel gegen Krankheitserreger.


Immunabwehr

Körperabwehr


Immunsystem

Abwehrsystem; das System, das den Körper befähigt, Infektionen abzuwehren sowie zwischen eigenem und fremdem Gewebe zu unterscheiden.


Non Hodgkin Lymphom (NHL)

Lymphom, das nicht zu den Hodgkin-Lymphomen zählt. Beispiele: B-CLL/kleinzelliges lymphozytisches Lymphom, Haarzell-Leukämie, Plasmozytom, Extranodales MALT-Lymphom, Follikuläres Lymphom, Mantelzell-Lymphom, Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom, Burkitt Lymphom/Leukämie u.a.


Obinutuzumab

Obinutuzumab ist ein Medikament.
Alte Bezeichnung Afutuzumab, Handelsname Gazyvaro® oder außerhalb der EU als Gazyva®; Hersteller:Roche
GA101 (Obinutuzumab) wirkt ähnlich wie Rituximab und Ofatumumab als CD20-Antikörper. Dieser Wirkstoff ist der erste monoklonale CD20-Antikörper der 2. Generation, der mit der Technik des sogenannten Glykoengineering (Glykosylierung) optimiert wurde. Dadurch kann die Vernichtung bösartiger B-Lymphozyten durch Aktivierung anderer Immunzellen gegen Krebszellen oder die direkte Auslösung des Zelltodes verbessert werden.
Nach einer Studie, die im Jahr 2017 abgeschlossen wurde, wird Obinutuzumab wahrscheinlich das Standard-Medikament in der Behandlung des Follikulären Lymphoms werden. Bislang wurde der Antikörper zur Behandlung chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) eingesetzt.


Remission

Verschwinden der Symptome einer Erkrankung, nicht unbedingt Heilung. Man unterscheidet zwischen Vollremission (komplette Remission) und Teilremission (partielle Remission). Die Remission kann vorübergehend sein oder für immer andauern.


Rezidiv

Rückfall. Wiederkehren einer Erkrankung nach einer beschwerdefreien Zeit.


Schema

Standardisierter Ablauf einer Chemotherapie. Die Bezeichnungen werden häufig ergänzt um Kürzel der verwendeten Medikamente. Beispiel: RBenda, RCHOP.


Sonografie (Ultraschalluntersuchung)

Schonendes bildgebendes Verfahren in der Diagnostik. Die dabei verwendeten Ultraschallwellen haben keine Nebenwirkungen.


Stadieneinteilung

-> siehe Staging


Staging

Vor einer Krebsbehandlung wird das Krankheitsstadium bestimmt. Dies wird Staging genannt. Für Non Hodkin-Lymphome gilt

  • Stadium I:  Befall einer Lymphknotenregion
  • Stadium II:. Befall mehrerer Lymphknotenregionen auf einer Zwerchfellseite
  • Stadium III: Befall von Lymphknotenregionen beidseits des Zwerchfells
  • Stadium IV: Organbefall, beispielsweise Knochenmark, Leber, Lunge, Milz

Zusatz:

  • A = keine Allgemeinsymptome (Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust)
  • B = mit Allgemeinsymptomen
  • S = mit Milzbefall (die Milz wird in dieser Stadieneinteilung wie ein Lymphknoten behandelt)
  • E = Befall außerhalb von Lymphknoten und Milz.

Stammzellentransplantation

Stammzellen sind sozusagen die Urform der festen Blutbestandteile. Sie werden im Knochenmark gebildet. Aus den Stammzellen entstehen rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen, Blutplättchen sowie einige andere Bestandteile des Bluts. Funktioniert die eigene Blutbildung nicht mehr, können die Stammzellen anderer Menschen oder eigene Stammzellen, die zuvor gesammelt wurden, durch eine Injektion transplantiert werden. Dabei suchen sich die neuen Stammzellen selbstständig ihren Weg und nehmen in den Knochenhohlräumen die Produktion von neuen, gesunden Blutzellen auf.
Eine Stammzellentransplantation aus eigenen Blutzellen heißt autolog, mit Spenderzellen allogen.


Subkutan

unter die Haut. Ein Medikament, das unter die Haut gespritzt wird anstatt in eine Vene, abgekürzt mit „s.c.“


Tomographie

Schichtaufnahme, ein Verfahren in der bildgebende Diagnostik