M***s Gastbeitrag

M***s Gastbeitrag

Das Schicksal meistern

In einer Online-Gruppe tauschen sich Betroffene zum Thema Non-Hodgkin-Lymphome aus. Es geht um sie selbst, um ihre Kinder, Eltern oder Partner/innen. Es geht um den Umgang mit der Krankheit, mit Hoffnungen und Ängsten. Erfahrungen mit der Behandlung und deren Nebenwirkungen; um Stammzellen-Transplantation, Erhaltungstherapie, Perücke ja/nein, handfeste Informationsfragen und Fragen nach ‘Wie habt Ihr das gemacht?’  Eine Frau hat mich besonders beeindruckt. Ihren Beitrag darf ich hier zitieren.
Ganz herzlichen Dank dafür!

Hallo zusammen

Heute möchte ich mal was Schönes für Euch posten.
Ich habe mir die letzten Tage viele Gedanken gemacht.
Über mich, den Krebs; ja Ihr lest richtig ich kann es mittlerweile benennen.
Aber auch über Euch.
Ihr fragt Euch jetzt bestimmt, ‘warum denkt sie über uns nach’… Tja so genau kann ich das gar nicht sagen… Es kam einfach so.

Zum Einen möchte ich danke sagen an alle, die mir bei jedem Post hinter mir standen und Mut gemacht haben.

Danke, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt, mir zu antworten.
Danke,  dass Ihr mir etwas von Eurer Hoffnung geschenkt habt.

von Pixabay

Nun ist es an der Zeit für mich, Euch etwas von dem zurückzugeben… Aber lest selbst… Ich muss dazu sagen, dass ich meine Worte ohne zu überlegen schreibe.
Sollten Fehler drin sein, ich schenke sie euch gerne.

Es gab eine Zeit in meinem Leben, da wollte ich aufgeben.

Es durfte nicht sein. Ich habe so sehr gekämpft, ein normales Leben zu führen. Und dann kommt das Schicksal daher und vermöbelt mich.
Es tat mir weh, es versuchte mich zu stürzen… Ja für eine kleine Weile gelang es ihm auch.

Viele Dinge mussten nun bedacht werden, viele Dinge geklärt. Viele Dinge, die ich nicht verstand, konnten so nicht stehen bleiben…. Was passiert mit mir, meiner Familie? Was kommt nun auf mich zu?

Fragen die völlig normal sind in solch einer Situation, und viele viele andere Menschen müssen da ebenfalls “durch”. Es wird nie eine Antwort geben… Als mir das bewusst wurde, wusste ich, was zu tun war.

WIE statt WARUM

Ich erinnerte mich an eine Stunde aus meiner Therapie (psychisch).
Meine Therapeutin lehrte mich, dass ich das Warum nicht ändern kann, auch keine Antwort bekommen werde. Egal wie oft ich frage.
Dennoch kann ich etwas tun.

Hmmmm… Was ist das? Was meint sie?

Ganz einfach, zumindest wenn man es erkannt hat. Wenn ich das Warum nicht ändern kann, so kann ich aber das Wie nutzen… Wie kann ich die Situation ändern, wie kann ich Erfolge erzielen usw… Mir hat es geholfen.

Ja auch Ihr habt Euren Teil dazu beigetragen, denn mein Wie war jedesmal, mich hier auszutauschen und daraus meine Kraft zu schöpfen. Eure Ratschläge wie ein Schwamm aufzusaugen und passend für mich zurecht zu bekommen.

Sicher, das dauert alles seine Zeit, aber Zeit die es in sich hat, denn danach wird vieles anders. Klar der Weg ist und bleibt hart, schwer und mit Schmerzen gespickt… Aber dennoch wird es leichter.

Warum leichter?

Weil man Hoffnung, Mut, Trost, weniger Angst, Geduld erfahren wird.
Ja das klingt blöd, aber glaubt mir. Diese Dinge erlebe ich selbst. Und es funktioniert auch bei Euch. Ihr dürft euch nur nicht aufgeben. Ihr dürft dem Schicksal keine Oberhand lassen.

Stellt euch ihm, zeigt ihm wie toll ihr das alles meistert. Egal was kommt, egal was das Schicksal für euch hat.

Ihr seid die Führer eures Schicksals… Ihr bestimmt wo es lang geht, ihr bestimmt wie schwer die Felsen sein werden, die auf eurem Weg liegen…

Ich sage nicht, dass von nun an alles anders wird, aber ich behaupte aus meiner eigenen Erfahrung, die ich mit meinem Umfeld, meiner Familie und Euch machen durfte, dass es besser wird. Weil wir nicht alleine sind.

Wir hier haben uns, und im Realen oft Freunde und Familie, manche sind aber auch alleine und dann kommen wir als Gruppe und fangen sie auf. Damit sie den selben Weg gehen können wie wir, die nicht alleine sind.

Geduld und Mut

Ja es gibt Momente, wo einem weh getan wird. Z.B. gestern sagte mein Bruder zu mir, ich solle meinen Kopf bedecken, ich sähe fürchterlich aus.
Ich konnte gut kontern. Ja es tat weh. Ja ich war sauer, ABER ich konnte schnell verzeihen. Denn mir wurde klar, dass er es nicht böse gemeint hat. Ich habe ihn versehentlich getriggert (unsere Mama verstarb letztes Jahr, mit doofen Auswirkungen die meinen Bruder und meinen Vater bis heute verfolgen). Als mir das klar wurde, war das sauer-Sein verflogen und ich war ihm nicht mehr böse.

Sprich, ich hatte die Geduld und den Mut, drüber nachzudenken, was passiert war.

In unserem aller Fall ist

  Liebe
  Hoffnung
  Trost
  Mut
  Aber auch Trauer und 
  Angst
  Verzweiflung

völlig normal.
Und nur wir selbst können das Negative in positives Denken umwandeln…

Ich wünsche mir für jeden einzelnen hier, dass er es schafft, positive Gedanken zu bekommen und auch zu halten. Ich kann nicht versprechen, dass es keine negativen Gedanken mehr gibt, aber ich kann versprechen, dass es dann leichter wird…

Wünsche mir für Euch, dass Ihr nie die Hoffnung verliert.
Nie den Mut, weiter zu machen verliert.

So Ihr lieben, ich hoffe, dass Ihr durch mein Buchstabenchaos durchsteigt…

Viele liebe Grüße
Eure
M***