Übermittlung schlechter Nachrichten an Angehörige

Übermittlung schlechter Nachrichten an Angehörige

Vor nicht allzu langer Zeit erhielt ich eine Nachricht von einer Leserin dieses Blogs. Es handelte sich um eine junge Mutter, die an einem follikulären Lymphom erkrankt ist. Die Diagnose war für sie ein Schock und wir haben eine ganze Weile telefoniert. Sie ist inzwischen wohl auf einem guten Weg; eine eMail von ihr einige Zeit danach besagte jedenfalls, dass sie Unterstützung hat und es ihr besser geht.

Im Rahmen des Gesprächs mit dieser jungen Frau sind mir noch einmal viele Dinge erinnerlich geworden, die mit der Zeit verblasst waren.

Du, ich muss Dir was sagen

Dazu gehört, dass man mit einer frischen Diagnose auch selber anderen Personen diese schlechte Nachricht überbringen muss: Familie, Partnern und engsten Vertrauten, oft auch dem Arbeitgeber und anderen Personen.  Betroffene geraten dann schnell in die Situation, dass sie nicht wissen, wie sie “es” vermitteln sollen, weil sie selbst gerade erst am Verarbeiten dieser Nachricht sind und sich oftmals nicht in der Lage fühlen, ihre Situation in Worte zu fassen.

Gleichzeitig ist diese Nachricht für die Angehörigen ein ebenso großer Schock wie für den Patienten.

Angehörige  von Krebspatienten erweisen sich im Krankheitsverlauf als ebenso belastet  wie  der Patient, oft sogar stärker. Dennoch werden sie im medizinischen System allzu oft nur als Begleiter oder  Unterstützer  und zu  selten  als  Mitbetroffene gesehen.

Die DLH (Deutsche Leukämie- und Lymphomhilfe) als Patientenorganisation hat dankenswerterweise einen kleinen Ratgeber für Patienen mit einer frischen Diagnose herausgegeben. Der Beitrag stammt von Frau Dr. Dipl. Psych. Franziska  Geiser,  Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin  und Psychotherapie der Universität Bonn. Die Autorin beleuchtet die Situation beider Seiten: des Patienten und der Angehörigen. Darin vermittelt sie hilfreiche Einsichten und Anregungen zum Umgang mit der Diagnose und deren Überbringung. Mein Tipp: lesen Sie den Beitrag, wenn Sie oder jemand in Ihrer Umgebung betroffen ist: DLH Info 44 (PDF) – Downloadlink