Die Diagnose: Wie war es bei Ihnen?

Die Diagnose: Wie war es bei Ihnen?

Im Februar 2010 habe ich über meine Diagnose geschrieben.  Das war mein Anstoß, diesen Blog zu starten und damit wurde dies auch Thema des ersten Beitrags in diesem Blog.

Ich berichtete davon, wie mir von einer Ärztin mitgeteilt wurde, dass ich an einem Lymphom erkrankt bin. Ihre Worte waren:  “Sie tun mir ja so leid, Sie haben leider Krebs.”
Dann ergänzte sie einge hilflose Worte, drückte mir ein Telefon und jede Menge Tempotücher in die Hand und ward nie mehr gesehen. Sie ist regelrecht geflüchtet! Menschlich verständlich, beruflich jedoch ist ein solches Verhalten katastrophal.

Was lernen Ärzte?

Das bringt mich auf die Frage, was Ärzte in ihrer Ausbildung lernen. Kommt der Patient darin eigentlich vor? So als menschliches Wesen? Abseits von Symptomen und Therapien? Als kompetentes Gegenüber mit sozialen Bezügen, mit Verantwortung und Emotionen? Und wie lernen die Mediziner/innen den Umgang mit ‘dem Patienten’ ? Ist das ein Proseminar? Eine Vorlesung? Übung? Müssen sie ein Video gucken oder reicht dazu Seite 241 in einem ganz bestimmten Fachbuch? Lernen zukünftige Ärzte/innen das im ‘Praktischen Jahr’ oder studienbegleitend?

Ich mache mich gerade auf die Suche und recherchiere zu diesem Thema. Ich habe gelernt, dass es Programme gibt, in denen Ärzte lernen, eine schlechte Diagnose zu überbringen: Sogenannte “Breaking Bad News”-Kurse der Berliner Ärztekammer beispielsweise.

Was mir fehlt, sind Berichte von anderen Betroffenen. Vielleicht war mein Erlebnis die absolute Ausnahme. Ich will nicht spekulieren und nicht vorgreifen. Ich möchte Material sammeln: Berichte von anderen Betroffenen.

Bitte berichten Sie

Meine Bitte an alle, die dies hier lesen und selber an einem Non Hodgkin Lymphom erkrankt sind oder an einer verwandten Leukämie: Teilen Sie mir doch mit, wer Ihnen die Diagnose überbracht hat und wie das abgelaufen ist. Sie können sich kurz fassen oder, wenn Ihnen das lieber ist, ausführlich schreiben. Sie können das direkt hier über diese Webseite machen.

Wenn Sie lieber erzählen als selber zu tippen: Macht nichts, ich rufe Sie gern an, wenn Sie und ich uns zu einem Telefonat verabreden. Kontaktieren Sie mich und machen Sie mir einen Vorschlag.

Warum sollten Sie mir das erzählen?

Wenn ich zu der Frage, wie Ärzte ihren Patienten eine schlechte Diagnose überbringen, mehr Informationen habe, kann ich besser abschätzen, ob es auf diesem Gebiet Nachholbedarf gibt oder nicht. Vielleicht ist ja auch alles in bester Ordnung.

Meine Arbeitshypothese ist: Es gibt diesbezüglich Nachholbedarf in der Aus- und Weiterbildung von Medizinern. Das würde ich gern herausfinden. Vielleicht wird daraus eine Veranstaltung auf einem NHL-Kongress, vielleicht ein Artikel.

2 thoughts on “Die Diagnose: Wie war es bei Ihnen?

  • 21. Februar 2016 at 14:37
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    Na diese Art von Überbringung einer solche Diagnose ist wirklich der Hammer. Also damit hat die Dame wirklich einen A****tritt verdient. Unglaublich und ich könntet mich da gerade wirklich drüber aufregen. Aber ich denke, dass es tatsächlich darauf ankommt, welche Arzt einem die Diagnose übermittelt.

    Mein Radiologe mit dem Befund der ersten Raumforderung entließ mich mit den Worten “Viel Glück”. Die Ärztin in der Lungenklinik überbrachte mir die Nachricht im Krankenhaus zunächst auch recht nüchtern, verließ dann das Zimmer und ließ uns alleine. Da habe ich mich zunächst drüber geärgert, aber dann kam sie kurz darauf später wieder rein und nahm mich sogar in den Arm. Vielleicht wollte sie uns rstmal nur einen Moment alleine lassen.

    Ich beneide die Ärzte nicht um diesen Job, aber das gehört zu deren Arbeit und genauso sollte auch etwas Feingefühl dazu gehören!

    Alles Gute weiterhin für dich.
    Flauscheköpfchen

    http://flauschekoepfchen.blogspot.de/

    • 21. Februar 2016 at 15:23
      Permalink

      Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich wünsche Dir viel Erfolg in der AHB und mit der weiteren Therapie.
      LG
      Sanne

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