Kiovig weg

Seit einem Jahr bekomme ich neben Rituximab, welches die „bösen“ selbst produzierten Immunabwehr-Zellen abtötet, auch Kiovig. Kiovig ist ein Immunglobulin aus menschlichem Blutplasma und wird in Form von Infusionen verabreicht. Es dient zur Stärkung des Immunsystems.

Ein Jahr lang habe ich die monatlichen Infusionen gut vertragen und kaum mit Grippe oder anderen Infektionskrankheiten zu tun gehabt. Nachdem ich im November leichte Abgeschlagenheit nach der Therapie hatte und meine Haut juckte, hatte es die Dezember-Infusion dann so richtig in sich: Kaum war ich aus der Praxis raus, bekam ich für ca. eine Stunde heftigen Schüttelfrost, der Rücken schmerzte, die Hand mit der Einstichstelle bekam röte Pünktchen, meine Haut juckte wie verrückt, ich bekam Kopfschmerzen und mir war schlecht. Ein ganz schön langer Katalog von Nebenwirkungen. Trotz der Infusion bekam ich später eine Halsentzündung.

Nach Rücksprache mit der onkologischen Praxis werden wir das Medikament absetzen. Erstens bekomme ich trotz Kiovig Infekte und zweitens sind die Nebenwirkungen heftig. Mein Arzt berichtete, dass einer seiner Patienten das Medikament nach einem Jahr Pause wieder gut vertragen habe und die Verträglichkeit überhaupt unvorhersehbar sei. Nun gut, dann eben erst einmal ohne.

Eigentlich sollte ich mich freuen, dass ich weniger Medikamente bekomme. Zunächst hatte ich aber ein widerstrebendes Gefühl dabei, so nach dem Motto: „Hilfe, jetzt bin ich ganz schutzlos!“ Blödsinn, ich muss halt wie schon gehabt einfach vorsichtig sein, was den Umgang mit ‚Virenschleudern‘ angeht, Menschenmengen meiden, Hände öfter waschen und eben all die Vorsichtsmaßnahmen beachten, die ich schon aus der Chemo kenne. Hey, 2012 nur noch vier Infusionstermine mit Rituximab, keine monatlichen weiteren Infusionen mehr! Wunderbar!