Gedanken über Krankheit und Chemo

Gedanken über Krankheit und Chemo

Ich habe vor, nach der Chemo und nach einer Kur ein so normales Leben wie möglich zu leben und hoffe, dass ich wenigstens annähernd wieder zu alter Form zurück finde.

Gratwanderung

Meine Freundin hilft mir durch den Alltag und von allen Seiten kommen meine Lieben auf mich zu. Ich bin wirklich getragen von so viel Liebe und Aufmerksamkeit von allen Seiten – inklusive Büro. Ich kann manchmal kaum fassen, wie weich ich in dieser Krise falle und welch Glück ich mit meinen Freundinnen, Familie und Kolleginnen/Chefs habe. Mein ganz persönliches Wintermärchen – bloß dass das alles wahr ist. Danke an dieser Stelle an alle, die mir zeigen, dass sie an mich denken. Ihr helft mir sehr!

Die Auseinandersetzung mit der Krankheit führt mich zu der Gratwanderung, dass auch die Krebszellen zu meinem Körper gehören, aus ihm entstehen. Ich befördere sie energisch mittels Chemo hinaus, jedoch ohne Groll. Sie haben mir, drastisch zwar, aber auch unmissverständlich deutlich gemacht, dass ich unachtsam mit mir war und mich wieder an erster Stelle stellen muss. Das werde ich nun tun mit der tiefen Überzeugung, dass dafür ein Ortswechsel nötig sein wird. Nicht gleich bis nach Australien, aber ein paar Kilometer raus aus Hamburg und näher an eine dörfliche Umgebung.

Ich bin überrascht, wie viel positive Lebensenergie plötzlich da ist, teils kommt aus mir selbst heraus und zu einem großen Teil auch aus der Tatsache, dass ich umgeben bin von immens viel Zuspruch und auch tatkräftiger Hilfe. Das ist die ganz, ganz grobe Zusammenfassung der Gefühlsebene. Es passiert so viel in so kurzer Zeit.

Insgesamt fühle ich mich sehr lebendig, gut gewappnet und willens, es mit dem Lymphom aufzunehmen.