Die erste Chemo

Die erste Chemo

– Meine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen –

Die (ambulante) Chemo hat Ende Januar begonnen und ich vertrage sie insgesamt recht gut. Ich habe immer 2 Tage hintereinander die „Dröhnung“ und dann 4 Wochen Pause, dazwischen muss ich zu Blutkontrollen. Mit literweise Bendamustin d1 +2/Rituximab usw, also mit Antikörper und Zelltod inklusive Antikotz und „Immunsystemblocker“ intus dachte ich zunächst, ich würde im Dunkeln leuchten, aber dem war nicht so…

Am ersten Tag saß ich da 6 Stunden, am zweiten nur eine. Nach dem ersten langen Tag fühlte ich mich, als hätte ich zwölf Stunden im Bergwerk geschuftet. Insgesamt ist Chemo natürlich nicht so schön, aber der Start war ganz gut auszuhalten. Das Ganze geht erstmal bis Juni, dann schauen wir weiter.

Der Ablauf der Chemo

Ich lasse die Chemo ambulant machen. Das tags zuvor bestellte Taxi holt mich pünktlich ab (Praktischer Tipp: die Abrechnung der Fahrten erfolgt direkt mit der Krankenkasse) und in der Praxis nehme ich in so einer Art Fernsehsessel Platz. Davon stehen immer drei Stück in einem Behandlungsraum.

Dann gibt’s erst einmal eine Vorspeise: 1000 mg Paracetamol gegen Fieber. Anschließend wird eine Braunüle angelegt und los geht’s mit den diversen Medikamentengaben. Da kommt eine Menge an Flüssigkeit zusammen, weswegen ich zwischen den Gaben immer wieder kurz verschwinde.

Aus der Chemo habe ich ein Picknick gemacht und das hat sich bewährt: ich habe Stullen, Obst und Tee mitgebracht und vertilgt, in einem Buch gelesen, mir Musik und Hörbücher auf die Ohren gegeben und ab und zu einen kleiner Plausch mit den anderen Damen, die auch zur Chemo kamen, geführt.

Zwischendurch kamen auch mal Tränen, die ich dann einfach laufen ließ. Ich war zunächst sehr angespannt und als ich so in der Behandlung saß, wurde mir meine Krankheit nochmals deutlich bewusst. Jetzt ging es also los mit der Chemotherapie, von der ich viel gehört hatte – und zwar vor allem, dass sie sehr unangenehm sei. Mögen die Medikamente helfen.

Visualisierung

Hier kommen übrigens die Putzerfische zum Einsatz, die diesem Blog seinen Namen geben. Ich stellte mir also vor, wie sie mit den Medikamenten in meine Blutbahnen hinein- und dann in meinem Lymphsystem herumschwimmen und aktiv werden gegen die bösartigen Zellen. Das Bild lässt sich beliebig weiter ausmalen und je nach Fantasie kann es sogar recht lustig werden. Es ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Man muss den Putzerfischen ja nicht gleich Namen geben (wie zum Beispiel dem nörgelnden Pete und seinem stets hungrigen, jüngeren Zwillingsbruder Re-Pete, dem immerzu wetteifernden Schorschi und der emsigen Maja… sagen Sie jetzt nichts, das geht alles wieder vorbei).

Die Tränen liefen also und ich entspannte mich zusehends. Jetzt konnte ich sowieso nichts mehr machen, also hieß es durchatmen und alles so entspannt wie irgend möglich durchstehen.